Sandesneben

Politik will sich für den Kirchberg einsetzen

Sandesneben. Die Unterstützung für den Kirchberg in Sandesneben wächst weiter. Im Rahmen eines Ortsbesuchs sagten Regierungspolitiker ihren Einsatz zu. Die Kirchengemeinde Sandesneben freut sich über den gemeinsamen und entschlossenen Auftritt der Politik und diverse Fortschritte bei der Spendenaktion zum Erhalt des Kirchbergs.  

Politiker beim sommerlichen Ortsbesuch

Der Kirchberg in Sandesneben beschäftigt immer mehr Politiker. Jetzt informierten sich Politiker von Bund und Land vor Ort über den Stand der Maßnahmen zum Erhalt des ins Rutschen geratenen Berges und der darauf stehenden Kirche St. Marien. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Henri Schmidt sowie der Landtagsabgeordnete Rasmus Vöge machten auf ihrer Sommertour Station bei diesem national bedeutsamen Kulturdenkmal. Sie erhielten Einblicke in die erfolgreichen Aktionen der „Berg-Retter“ und sicherten zu, sich beim Bemühen um Fördermöglichkeiten zum Erhalt des Kirchbergs mit einzusetzen.

Propst Philip Graffam: „Die Kirche in Sandesneben ist nicht nur ein sakraler Raum, dessen Erhalt und Zukunft wir als Kirche gestalten wollen. Durch das große Engagement der Bergretter hat sie sich zugleich zu einem wichtigen dritten Ort für ganz Sandesneben entwickelt – zu einem Ort der Begegnung, des Austauschs und des gemeinsamen kulturellen Lebens. Dahinter steht für mich ein entscheidender Perspektivwechsel: Frage nicht zuerst, was deine Kirche oder deine Kommune braucht. Frage: Was braucht der Ort – und was können wir gemeinsam dazu beitragen?“

Bundespolitiker dankt Ehrenamtlichen

Der Bundespolitiker Henri Schmidt war besonders beeindruckt von dem großen ehrenamtlichen Engagement vieler Helferinnen und Helfer. "Ein besonderer Dank gilt auch dem Team der Bergretter, das sich mit viel Einsatz für die benötigten Baumaßnahmen einsetzt und sich damit für den Erhalt dieses wichtigen Stücks Heimat starkmacht", sagte er. "Uns ist die Problematik nun sehr bewusst und wir werden versuchen, dort zu unterstützen, wo es uns möglich ist", ergänzte sein Kollege Rasmus Vöge aus dem Landtag.

Den Ortsbesuch nutzte Sandesnebens Bürgermeister Rainer Rexin, um Gründe für die vielfach beschlossene Unterstützung durch die Kommunen erneut deutlich zu machen. „Für Sandesneben ist die Kirche und insbesondere der weithin sichtbare Kirchturm ein prägendes Gebäude, man kann schon sagen ein Wahrzeichen und auch vom Raumbedarf her nötig", so Rexin. In Anbetracht des imposanten Ensembles mochte sich dann auch keiner der Teilnehmer vorstellen, wie das Ortsbild von Sandesneben ohne Kirche aussieht.

Mehr als 70 000 Euro gespendet

Dr. Wilko Teifke, Landeskirchlicher Beauftragter der Nordkirche für das Land Schleswig-Holstein, hob die geschichtliche Bedeutung der Kirche Sandesneben hervor: "Sie zeichnet sich bereits als besonders entwickelnder Kulturort ab.“

Maren Meineke konnte für die lokale Initiative ‚Berg-Retter‘ von weiteren tollen Benefizkonzerten, -lesungen und weiteren Aktionen berichten sowie einen aktuellen Spendenstand von mittlerweile weit über 70.000 Euro verkünden.

„Die ungewisse Gefahr eines Bergrutsches drängt uns sehr und wir müssen so bald wie möglich die Sicherungsmaßnahme beginnen. Ohne außerordentliche Mithilfe von allen Seiten werden wir es jedoch nicht schaffen. Wir freuen uns daher über die weiterwachsende Unterstützung für unser Vorhaben, den Kirchberg und die Kirche standfest und barrierefrei zu machen“, betonte Holger Wöltjen, Diakon in Sandesneben und neuer Projektverantwortlicher. Auch Propst Philip Graffam zeigte sich erfreut: „Die ‚Berg-Retter‘ erbringen hier vor Ort einen herausragenden ehrenamtlichen Einsatz. Es ist toll, dass das von der Politik weiter gesehen und unterstützt wird!”

Auch jede private Hilfe zählt – wer zum Erhalt der Marienkirche beitragen möchte, findet über die folgende Spendenseite die Möglichkeit, die ‚Berg-Retter‘ und damit den Erhalt der Kirche direkt zu unterstützen:www.kirchberg-sandesneben.de

Das Kirchberg-Projekt

Der Kirchberg in Sandesneben im Herzogtum Lauenburg soll im Rahmen von umfangreichen Sanierungsmaßnahmen ein neues Äußeres erhalten. Notwendig sind die Baumaßnahmen, um ein Abrutschen des Berges zu verhindern. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Erosionen an den Stützmauern. Mit den geplanten Maßnahmen sollen der Kirchberg und das Ensemble aus Kirche, Turm und Kirchhof dauerhaft gesichert werden. Gleichzeitig wird das Thema Barrierefreiheit gelöst, um Menschen ohne Hilfsmittel den Zugang zum Kirchberg und zur Kirche zu ermöglichen.

Die Kirchengemeinde Sandesneben und der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg bemühen sich um Drittmittel für die geschätzten Kosten der Kirchbergsanierung von gut 4 Millionen Euro. Davon übernehmen der Kirchenkreis (660.000 Euro) und die Nordkirche einen Teil. Die Kirchengemeinde hat sich zum Ziel gesetzt 90.000 Euro an Spenden einzusammeln.