Propstei Lauenburg

Neuer Diakon im Marien-Pfarrsprengel: Holger Wöltjen eingeführt

Siebenbäumen/Sandesneben. Mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel ist Holger Wöltjen in Siebenbäumen in seinen Dienst als Diakon im Pfarrdienst auf der vierten Pfarrstelle im Marien-Pfarrsprengel eingeführt worden (6. April 2026). Propst Philip Graffam würdigte in seiner Ansprache insbesondere die persönliche Glaubenstiefe und den ungewöhnlichen Weg Wöltjens.

„Ein bittersüßer Glaube“

Im Zentrum der Predigt stand ein Begriff, der zunächst überrascht: „bittersüß“. So beschrieb Graffam den Glauben des neuen Diakons – als eine Haltung, die Spannung aushält: „Nicht glänzend, nicht eindeutig österlich hell, sondern ein Wort, das beides in sich trägt: die Schwere und die Hoffnung, das Dunkel und das Licht.“

Glauben zwischen Karsamstag und Ostern

Wöltjens Glaube sei geprägt von der Bereitschaft, Brüche nicht zu überdecken. „Du bist ein Karsamstag-Mensch“, sagte Graffam. Einer, der die Zeit zwischen Karfreitag und Ostern aushält – „zwischen Schmerz und Hoffnung“. Gerade darin liege eine besondere Stärke: im Vertrauen, dass auch das Schweigen Gottes nicht das letzte Wort behält.

Erfahrungen, die erst im Rückblick tragen

Zugleich verwies der Propst auf die leisen, aber tragenden Erfahrungen des Glaubens, wie sie in der Emmaus-Geschichte beschrieben werden. Wöltjen selbst beschreibe seinen Glauben als ein Erkennen im Rückblick: „Nicht das große Eingreifen – sondern diese Momente, in denen sich zeigt: Da war Gott. Und es hat gereicht.“

Ein Weg ohne geradlinigen Plan

Der Weg des neuen Diakons ist dabei alles andere als geradlinig. Von der Gemeindepädagogik über die Jugendarbeit im Kirchenkreis bis hin zur Leitung des Jugendpfarramtes und der Entwicklung von „jung+ev.“ habe sich ein roter Faden gezeigt: das Schaffen von Räumen, in denen Menschen einander begegnen und Glauben wachsen kann.

Beziehungsarbeit statt Titel

„Nicht der Titel beschreibt dich, sondern die Art, wie du deinen Dienst verstehst“, betonte Graffam. Wöltjens Arbeit sei geprägt von Beziehung, Begleitung und dem Wunsch, Menschen miteinander in Verbindung zu bringen. „Jesus zu folgen heißt für mich, Menschen zusammenzubringen, die ich liebe“, zitierte er den neuen Diakon.

Kirche als Raum der Vielfalt

Auch im Blick auf den Marien-Pfarrsprengel hob Graffam die Chancen der Vielfalt hervor. Der Sprengel sei „kein einheitliches Gebilde“, sondern ein Raum, in dem unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen. Gerade hier könne Wöltjen mit seiner Erfahrung und Haltung wichtige Impulse setzen.

Ein neuer Abschnitt im Marien-Pfarrsprengel

Mit der Einführung übernimmt Wöltjen nun Verantwortung auf der 4. Pfarrstelle. Er bringt dabei nicht nur seine vielfältigen beruflichen Erfahrungen mit, sondern auch eine gewachsene Haltung, die von Offenheit, Suchbewegung und Beziehungsorientierung geprägt ist.

Einladung an die Gemeinden: Gemeinsam unterwegs

An die Gemeinden richtete der Propst die Bitte, sich offen auf den neuen Kollegen einzulassen: „Nehmt Holger nicht nur als Nachfolger wahr. Er kommt nicht als Kopie, sondern als eigene Geschichte.“ Kirche lebe davon, dass neue Wege entstehen – im gemeinsamen Unterwegssein.

Die Einführung stand damit ganz im Zeichen eines Glaubens, der nicht alle Antworten vorgibt, aber Wege eröffnet. Oder, wie Graffam es formulierte: im Vertrauen darauf, „dass auch hier – vielleicht manchmal erst im Rückblick – unsere Herzen brennen werden.“