Sandesneben

Land fördert Barrierefreiheit: 100.000 Euro für den Kirchberg

Sandesneben. Der Kirchberg soll künftig für alle Menschen besser zugänglich sein. Für die geplante barrierefreie Umgestaltung erhält die Kirchengemeinde Sandesneben 103.187,90 Euro aus dem Fonds für Barrierefreiheit des Landes Schleswig-Holstein. Die Förderung ist ein weiterer Baustein im umfangreichen Vorhaben zum Erhalt und zur Zukunft des Kirchbergs.

Landesregierung unterstützt 33 Projekte

Die Förderung für Sandesneben ist Teil eines größeren Programms des Landes: Insgesamt unterstützt die Landesregierung 33 Projekte mit 2,1 Millionen Euro, um die Inklusion von Menschen mit Behinderungen zu stärken und Barrieren abzubauen.

„Ich freue mich sehr, dass die barrierefreie Umgestaltung des Kirchbergs in Sandesneben mit 103.187,90 Euro aus dem Fonds für Barrierefreiheit des Landes Schleswig-Holstein gefördert wird“, sagt Andrea Tschacher, Sprecherin für Menschen mit Behinderungen der CDU-Landtagsfraktion. Das Vorhaben und den entsprechenden Förderantrag kenne sie aus dem fachpolitischen Austausch mit der Kirchengemeinde bereits seit Längerem und habe das Anliegen gern begleitet.

Für Tschacher ist die Frage der Zugänglichkeit unmittelbar mit gesellschaftlicher Teilhabe verbunden: „Barrierefreiheit entscheidet ganz konkret darüber, ob Menschen mit Behinderungen selbstbestimmt und gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.“ Die Förderung sei deshalb ein wichtiger Baustein der Sanierung. „Genau dafür ist unser Fonds für Barrierefreiheit da: Barrieren vor Ort abzubauen und Teilhabe zu ermöglichen.“

“Das ist Rückenwind für unser Projekt”

In Sandesneben wird die Zusage als Rückenwind für die weiteren Arbeiten verstanden. „Im Namen der Kirchengemeinde Sandesneben möchte ich mich ganz herzlich für diese Zusage bedanken“, sagt Holger Wöltjen, Gemeindepädagoge mit pastoraler Beauftragung. Die Förderung helfe der Gemeinde sehr weiter. Zugleich hofft er, dass die Entscheidung des Landes auch bei weiteren Förderanträgen positiv berücksichtigt werde. „Weiterhin brauchen wir die Hilfe von Bund, Land, Kreis und den Menschen vor Ort, um die Rettung des Kirchbergs zu erreichen.“

Getragen wird das Vorhaben von einem breiten Engagement. Wöltjen dankt insbesondere der Initiative der „Berg-Retter“ vor Ort, privaten Spenderinnen und Spendern sowie den Politikerinnen und Politikern, die das Projekt überparteilich unterstützen. Auch aus der Kirchenkreisverwaltung komme wichtige fachliche Hilfe, insbesondere bei Baufragen, Fundraising und Medienarbeit.

Propst: Abbau von Barrieren ist wichtig

Propst Oliver Erckens, der derzeit den Lauenburgischen Propst Philip Graffam vertritt und früher Pastor im Mariensprengel war, sieht in der Barrierefreiheit einen wichtigen Teil der künftigen Ausrichtung: „Mir ist der Abbau von Barrieren wichtig! Sowohl ganz praktisch als auch inhaltlich wird die Sandesnebener Kirche so zu einem Ort für alle Menschen.“

Erckens hat die Arbeit der „Berg-Retter“ nach eigenen Worten mit großer Aufmerksamkeit verfolgt: „Die Aktionsgruppe strotzt vor Tatendrang und Ideen. Sie zeigen so, wie viel ihnen diese Kirche bedeutet und dass sie ein Ort der Spiritualität, der Kultur und der Begegnung für alle ist.“ Von der geplanten Umgestaltung würden ganz unterschiedliche Menschen profitieren – von Familien mit Kinderwagen über Seniorinnen und Senioren mit Rollator bis hin zu Menschen mit Assistenzbedarf. „Damit auch alle diesen Ort erreichen können, gibt es nun Unterstützung. Das Gesamtkonzept zum Erhalt der Kirche und des Kirchbergs bekommt so einen klaren Mehrwert.“

Auch Kirchengemeinde in Travemünde profitiert

 „Echte Teilhabe für alle ist die Grundlage für ein gutes und gerechtes gesellschaftliches Miteinander und erklärtes Ziel der Landesregierung“, sagte Minister und Chef der Staatskanzlei Dirk Schrödter in Kiel. Mit der finanziellen Unterstützung von Vereinen, privaten Unternehmen und kirchlichen Trägern setze das Land zugleich die UN-Behindertenrechtskonvention konsequent weiter um. Gefördert werden gezielte bauliche Maßnahmen, durch die Räumlichkeiten, Gebäude und öffentlich zugängliche Bereiche so angepasst werden, dass sie für Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen möglichst uneingeschränkt zugänglich und nutzbar sind.

Von der Förderung des Landes profitiert neben der Kirchengemeinde Sandesneben unter anderem auch die Kirchengemeinde St. Lorenz Lübeck-Travemünde. Sie erhält für ein Vorhaben 38.254,57 Euro aus dem Fonds für Barrierefreiheit.